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Was sind Präventionsketten?

Als Präventionskette  bezeichnen wir eine kommunale Strategie. Sie soll ermöglichen, dass alle Menschen – unabhängig von ihrer sozialen Lage – gut und gesund aufwachsen, leben und älter werden. Wenn auch der Begriff fachsprachlich klingt, umgeben uns Präventionsketten tagtäglich, im besten Fall unterstützen sie uns sogar unser Leben lang. Es geht darum, gute und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die klug miteinander verzahnt sind  und in deren Mittelpunkt die Bedürfnisse der Menschen stehen.

Präventionsketten orientieren sich an den einzelnen Lebensphasen und an den Übergängen im Lebensverlauf: Von der Schwangerschaft über frühe Kindheit, Jugend und Erwachsenenleben bis hin ins hohen Alter sollen alle Menschen vor Ort nachhaltige und bedarfsgerechte Angebote und Einrichtungen  finden können. Hier sollen sie die Informationen, und Unterstützung erhalten, die sie gerade benötigen.

Vor Ort ansetzen

In der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung heißt es: „Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.“ Die Kommune ist daher als Lebenswelt besonders geeignet, Gesundheitsförderung wirkungsvoll umzusetzen und gesundheitliche Chancengleichheit zu schaffen: Städte, Bezirke und Quartiere gestalten die Lebensbedingungen der Menschen maßgeblich mit und besitzen daher einen großen Einfluss auf deren Gesundheitschancen.

Hier setzen Präventionsketten an, mit einem Denken „vom Menschen her“ und einem Blick auf ihre Ressourcen und Bedarfe: Was brauchen die Menschen vor Ort?   Welche speziellen Bedarfe und Ressourcen haben bestimmte Gruppen? Wie können Zugangsbarrieren zu bestehenden Angeboten und Einrichtungen abgebaut werden?Welche Rückmeldungen erhalten wir von den Nutzerinnen und Nutzern? Wer muss vor diesem Hintergrund mit wem zusammenarbeiten? Welcher Kooperationspartner, welche Netzwerkpartnerin fehlt noch und sollte einbezogen werden? Dies sind die zentralen Fragen beim Auf- und Ausbau der Präventionsketten. Wenn sich die verantwortlichen Akteurinnen und Akteure an ihnen orientieren, gelingt nutzerzentriertes, vernetztes und systematisches Arbeiten.

Vom Nebeneinander zum Miteinander

Dieser Ansatz ist dabei bestechend einfach und komplex zu gleich. Kein Bereich, keine einzelne Akteurin und Akteur kann allein ein vollständiges System hilfreicher Unterstützung anbieten. Deshalb ist es wichtig, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen: Es ist die Aufgabe aller Politikbereiche und Verwaltungen sowie öffentlicher und privater Träger, ihre Ziele und ihr Handeln ganzheitlich aufeinander abzustimmen. Das ist ein komplexer Veränderungsprozess, da Fachbereiche üblicherweise getrennt arbeiten   und Fach- und Führungskräfte in ihren eigenen Logiken agieren. sind zwei Dinge wichtig: die Vision der gemeinsamen Strategie und der politische Rückhalt und eine Koordination, die die Fäden in der Hand hält.

Präventionsketten in Deutschland – bewährt und überaus anschlussfähig

Seit den 2000er Jahren werden, ausgehend von den Kommunen Dormagen und Monheim, Erfahrungen mit dem systematischen Auf- und Ausbau von Präventionsketten als integrierte Gesamtstrategien für gutes und gesundes Aufwachsen gesammelt und verbreitet. Seitdem haben sich viele Städte, Kommunen und Landkreise auf den Weg gemacht. Dabei können sie vor Ort an vieles anschließen – überall gibt es bereits bestehende Strukturen, engagierte Fachkräfte, gute Ansätze, erfolgreiche Modelle, die sich zu einer Präventionskette verbinden lassen.

Präventionsketten zeichnen sich als Strategie durch eine gute Anschlussfähigkeit aus: Stand zu Beginn die Lebensphase „Gesund aufwachsen“ bei vielen Kommunen im Fokus, wird der Ansatz in zunehmenden Maße auch auf andere Lebensphasen wie das Alter übertragen.

So lässt sich vielleicht konstatieren, dass der Auf- und Ausbau von Präventionsketten nie abgeschlossen sein kann: Ihre Qualität ist gerade die dynamische, vernetzte Fortentwicklung. Für diese Aufgabe brauchen Beteiligte einen langen Atem – über Legislaturperioden hinweg. Es lohnt sich aber, genau hier anzusetzen, für jeden einzelnen Menschen und in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung

 

Weiterführende Links zum Thema „Präventionskette“

https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/integrierte-kommunale-strategien/

https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/partnerprozess/

https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/praeventionskette-integrierte-kommunale-gesundheitsstrategie/

https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/zur-wirksamkeit-frueher-unterstuetzungsangebote/

 

Materialien zum Thema „Präventionsketten“

https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/partnerprozess/materialien/

https://www.praeventionsketten-nds.de/fileadmin/media/downloads/Werkbuch-Praeventionskette_Doppelseite.pdf

 

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